Towles, Amor – »Ein Gentleman in Moskau«

„Es ist eine traurige, aber unumgängliche Tatsache des Lebens (…), dass unsere gesellschaftlichen Kreise kleiner werden, je älter wir werden. Ob wir stärker an Gewohnheiten festhalten oder ob unsere Kräfte abnehmen – irgendwann finden wir uns in der Gesellschaft nur einiger weniger vertrauter Gesichter wieder.“

Man schreibt das Jahr 1922, als ein Moskauer Volkskommissariat den Grafen Alexander I. Rostov zu lebenslangem Hausarrest im größten Hotel der Stadt, dem Metropol, verurteilt. Da er in jungen Jahren ein fast schon revolutionäres Gedicht verfasst hatte, konnte das Todesurteil gegen einen Vertreter der für die Sowjets nicht mehr existierenden Klasse des Adels abgewendet werden, und nun wird das geschichtsträchtige Hotel für die nächsten Jahrzehnte seine Welt, die er nicht verlassen darf. Der Graf akzeptiert sein Schicksal unerschüttert und gleichbleibend höflich, bis er für das Glück eines anderen ein großes Wagnis eingeht…

Ein überaus charmant erzähltes, sprachlich beglückendes Panorama des 20. Jahrhunderts in und um die Sowjetunion.

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